Zehenrichtung

Was ist eine angelaufene Zehenrichtung?

Eine angelaufene Zehenrichtung ist bei sehr vielen Pferden anzutreffen und entsteht durch die vermehrte Nutzung eines Teilabschnitts der Hufzehe. Ursächlich kann neben genetischer Vorgaben auch eine Verletzung oder andere Störungen des Bewegungsablaufes sein, durch die ein kompensatorisch veränderter Abfussvorgang die angelaufene Zehenrichtung entstehen lassen kann. 

Da die Winkelung des Fesselstandes ebenfalls enormen Einfluss auf den Abfussvorgang hat gibt es auch hier Gliedmaßenstellungen, die eine angelaufene Zehenrichtung begünstigen.

Mein Pferd hat eine angelaufene Zehenrichtung. Was gilt es zu beachten?
Besonders problematisch kann eine angelaufene Zehenrichtung werden, wenn sich die Hufsituation wie in diesem Fallbeispiel darstellt.
Als Folge der ungleichen Nutzung der Hufzehe resultiert ein ebenso ungleicher Hornabrieb. Dauert diese ungleiche Hufnutzung über längere Zeit an wird der Abfussvorgang regelrecht zementiert, d.h. die Symptomatik verschlimmert sich sukzessive.
Im gezeigten Beispiel ist die Zehenrichung zusätzlich aussermittig versetzt. Diese stark asymmetrische Hufnutzung führt langfristig zu deformierten Hufen und in der Folge auch zur Deformation der knöchernen Strukturen. Eine anfänglich nur geringgradige Fehlstellung oder Fehlnutzung der Gliedmaße kann sich so längerfristig zu einer deutlichen Fehlstellung auswachsen.

Auch wenn sich bei älteren Pferden bereits deutliche Fehlstellungen durch eine angelaufene Zehenrichtung herausgebildet haben ist es enorm wichtig, die negativen Auswirkungen einer angelaufenen Zehenrichtung zu therapieren um die Fehlstellung nicht noch weiter fortschreiten zu lassen.

Im gezeigten Fallbeispiel konnte durch die huforthopädische Therapie eine gleichmäßige Nutzung des Hufes wiederhergestellt werden. Der zeitliche Abstand zwischen den Bildern beträgt 6 Monate.

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