Unterschiebende Trachten

Wann hat mein Pferd untergeschobene Trachten? Wodurch entstehen sie und wie wirken sie sich aus? Und wie können untergeschobene Trachten wieder aufgerichtet werden?

Untergeschobene Trachten liegen immer dann vor, wenn die Trachtenendkante und die Zehe des Hufes nicht parallel zueinander verlaufen, also die Trachtenendkante (die Trachtenwand) flacher zum Boden ausgerichtet ist als die Zehenwand.

Obwohl das Phänomen selbstverständlich auch beim barhuf laufenden Pferd anzutreffen ist, ist es doch so, dass der Eisenbeschlag das Unterschieben der Trachten befördert. Der Grund dafür ist der Umstand, dass der Hornabrieb des Hufes durch die Konfrontation mit dem starren Eisen aus dem Gleichgewicht gerät. Konkret bedeutet das, dass sich das Hufhorn durch die Hufmechanik im Trachtenbereich stetig etwas auf den Schenkelenden des Eisens abreibt. Als Folge davon wird der Trachtenbereich des Hufes übermäßig belastet. Man spricht dann von einer Trachtenlastigkeit mit dem Unterschieben der Trachte als Resultat. Ein Eisenbeschlag dient zum Abriebschutz des Hufes, nicht mehr und nicht weniger. Ein Aufrichten der Trachte ist aufgrund der genannten Gründe mit einem Beschlag nicht möglich. Wie schon erwähnt ist das Gegenteil der Fall.

Aber auch das ungünstige Zusammenspiel von sehr schräg zum Boden stehenden Seitenwänden mit einer Tendenz zu unterschiebenden Trachten kann die Problematik auslösen. Wird diesem Verlauf keinen Einhalt geboten, schiebt die Trachte immer mehr unter und die Seitenwände deformieren sich immer stärker. Dies kann soweit voranschreiten, dass es zur Rissbildung im Übergang der Seitenwand zur Zehenwand kommt.

Die Huforthopädie kann, richtig angewandt, diesen unheilvollen Prozess in sehr vielen Fällen stoppen oder sogar zurückführen. Auch wenn bei bestimmten Rassen eine sehr starke genetische Veranlagung zu unterschiebenden Trachten besteht, so kann auch hier fast immer eine deutliche Verbesserung herbeigeführt werden, wenngleich eine vollständige Aufrichtung der Trachte sehr lange dauern kann, bzw. sehr schwierig ist.

Für eine genaue, ausführliche Hufbefundung mit Prognose ist selbstverständlich ein Beratungstermin vor Ort unumgänglich.

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